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Innovativer Schnelltest gegen Faulbrut wird weiterentwickelt

Aktualisiert: 5. März

Im Projekt DEAD wurde ein All-in-One-Schnelltest für den gleichzeitigen Nachweis der Amerikanischen Faulbrut (AFB) und der Europäischen Faulbrut (EFB) entwickelt. Bei der AFB können die Genotypen ERIC I und ERIC II unterschieden werden.


Bienenwabe mit Biene darauf.

Nun wird im Folgeprojekt SEA-BEE seit November 2024 der Schnelltest vom Friedrich-Loeffler-Institut, der Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik mbH sowie der Phaeosynt GmbH weiterentwickelt, um alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Markteinführung zu erfüllen. Das Projekt wird bis zum 31.10.2026 durch das Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.


Warum ist bei der Amerikanischen Faulbrut (AFB) eine Unterscheidung der Genotypen von Vorteil?

Die AFB ist eine schwerwiegende Brutkrankheit der Honigbienen, die durch das sporenbildende Bakterium Paenibacillus larvae verursacht wird. Während ausgewachsene Bienen nicht gefährdet sind, stellt die Erkrankung für junge Larven eine erhebliche Gefahr dar. Die langlebigen Sporen der Bakterien überdauern im Bienenstock und werden durch Ammenbienen beim Füttern auf die Larven übertragen.

Ein entscheidender Faktor für die Ausbreitung der Krankheit ist die genetische Variante des Erregers. Die beiden Hauptgenotypen, ERIC I und ERIC II, unterscheiden sich in ihrer Virulenz und damit in ihren Auswirkungen auf die Bienenvölker:


  • ERIC II: die Bienenlarven sterben bereits am neunten Tag vor dem Verdeckeln der Brutwaben ab und werden von den Ammenbienen entfernt. Dadurch wird eine starke Vermehrung der AFB-Sporen verhindert und eine Infektion des Bienenvolkes bleibt lange Zeit unbemerkt, da nur selten klinische Symptome vorhanden sind. So kann sich die Bienenkrankheit langsam und unbemerkt ausbreiten und benachbarte Völker können infiziert werden.

 

  • ERIC I: trotz der Infektion können sich einige Larven nach dem Verdeckeln der Waben weiterentwickeln, bevor sie nach neun bis zwölf Tagen ebenfalls absterben. Wenn diese toten Larven dann von den Ammenbienen aus den Brutwaben entfernt werden, können sich die Sporen schnell im Bienenvolk ausbreiten und die Gesundheit des Volkes erheblich gefährden.

 

ERIC I stellt eine größere Gefahr für betroffene Bienenvölker dar, während ERIC II aufgrund fehlender klinischer Symptome oft unentdeckt bleibt oder zu Fehldiagnosen führen kann. Somit kann sich der Krankheitsverlauf über Jahre hinziehen und die Ausbreitung der AFB wird begünstigt.

Eine Infektion der Larven mit der AFB kann anhand von klinischen Symptomen, wie lückenhaftem Brutnest, Verfärbung der verdeckelten Brut mit löchrigen Zelldeckeln oder der „Streichholzprobe“ meist nicht zuverlässig erkannt werden. Eine sichere Diagnose ist nur durch einen Erregernachweis im Labor möglich.


Verdachtsfälle müssen umgehend beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden, das in solchen Fällen einen Sperrbezirk einrichtet. Erst nach einer vollständigen Untersuchung aller betroffenen Bienenstände können Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit eingeleitet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Mit dem Schnelltest kann zukünftig innerhalb weniger Minuten eine erste Diagnose direkt am Bienenstand gestellt werden. Dadurch kann im besten Fall eine weitere Ausbreitung der AFB rechtzeitig verhindert und somit viele Bienenvölker präventiv geschützt werden.

 

Weiterführende Informationen

 

📌 Praxisleitfaden zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut (Institut für Bienenkunde, Celle, 2019)

 

📌 Steckbrief zur Amerikanischen Faulbrut (Friedrich-Loeffler-Institut)

 

📌 Steckbrief zur Europäischen Faulbrut

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